Logo mit Kinderbildern
  zurückzurück
Startseite
Wir über uns
Rumänien
Transporte
Reisetagebuch
Bildergalerie
Spenden
Sponsoren
Seitenübersicht
Kontakt

Reisetagebuch - Auf nach Rumänien

Die Strapazen der Fahrt, Probleme am Zoll, Müdigkeit, die Verantwortung - alles quer durch die Länder Deutschland, Österreich, Ungarn und Rumänien.

Auf nach Rumänien

 

Sonntag, 27.05.2001

 

Europakarte
zu durchquerende Länder

Abfahrt in Bremervörde um 9.30 Uhr, Siegfried fährt sich ganz langsam ein. Ihm wird klar, dass er eine lange, schwierige Fahrt mit dem vollbeladenen "Zug" haben wird, die PS-Zahl ist für die hohe Tonnenlast sehr klein. Die Fahrt verläuft gut, die Kasseler Berge stellen Siegfried und den LKW auf die Bewährungsprobe, aber sie schaffen die Herausforderung. Bis Nürnberg läuft der Verkehr zeitweise zähflüssig.

Siegfried ist stinkig, weil er diesen ersten, langen Abschnitt der Tour allein im Fahrerhaus sitzt. Ich bin in Nürnberg und habe mich entschlossen, nicht auf einer Raststätte auf Siegfried zu warten. Per Telefon erfahre ich, dass Siegfried um 9.30 Uhr abgefahren ist. Die Tour in Richtung Nürnberg gestaltet sich als schwierig. Viele Autos auf der Autobahn, Staus sind angesagt. Die Kasseler Berge machen dem LKW und dem Anhänger zu schaffen.

Ich genieße die Ruhe des Tages bewusst. Schlafe und sehe immer wieder auf die nicht weit entfernt liegende Autobahnbrücke. Inzwischen steht der Autoverkehr und irgendwo im Norden, unserer LKW mittendrin. Ich bereite mich langsam auf die Abfahrt vor, gegen 18.30 Uhr der Anruf von Siegfried, er wird zwischen 19.00 Uhr und 19.30 Uhr an der Autobahnabfahrt Mögeldorf sein. Wir starten in Richtung Österreich, die Stimmung ist gut, Siegfried ist ein wenig angespannt. Das Schaukeln des LKWs & Anhängers verunsichern mich leicht, ich pendle mich aber darauf ein. Wir fahren aus dem Tag hinaus, gegen 23.00 Uhr sind wir an der österreichischen Grenze. Tanken, Kauf der Vignette, weiter geht`s. Wir reden über alle möglichen Sachen, ich merke, dass Siegfried müde wird.

 

nach oben

Montag, 28.05.2001

 

Flagge Österreich
Österreich

 

Gegen 0.30 Uhr kommt von Siegfried das Signal, dass er schlafen will. Endlich ..., ich muss ihn nicht überzeugen, dass er schlafen sollte. Auf dem nächsten Rastplatz wird Pause gemacht. Wir tauschen die Plätze, Siegfried "sitzt sich ein" und schon schläft er. Beneidenswert!!! Ich sitze auf dem Fahrersitz und versuche irgendwie eine Sitzhaltung zu finden, um auch zu schlafen. Meine Beine sind immer im Weg. Ab und zu nicke ich ein, die ungewohnte Haltung hält mich wach. Nach drei Sunden ist der Fahrer ausgeruht!? Jetzt fahren wir in den Tag hinein. Von Österreich bei Nacht konnte ich nicht viel sehen, was ich jetzt am Tage sehe, gefällt mir sehr gut. Wir sind in guter Verfassung. In Wien geraten wir in einen Stau, danach geht es zügig voran. Bei Steigungen macht sich das Gewicht des Transportgutes bemerkbar. Unser Auto zieht und zieht, wird ganz, ganz langsam (10 - 20 km/h), aber wir schaffen die Berge. Erleichterung ...

Der Ritt durch Österreich erscheint mir kurz, gegen 9.30 Uhr treffen wir beim ungarischen Zoll ein. Nervosität - wir können die Autopapiere nicht finden, die Erfahrungen der letzten Touren sind im Gedächtnis. Wir sind sehr angespannt. Siegfried zieht ab zur Zollabfertigung, ich bewache unseren Zug.

 

Flagge Ungarn
Ungarn

Nach 1 1/2 Stunden kommt ein strahlender Mann aus dem Zollgebäude. Wir haben alle erforderlichen Unterlagen dabei und dürfen nach Ungarn einreisen. Wir freuen uns so ... . Für das Auto musste ein Kaution von 1.000,- DM hinterlegt werden. Ursprünglich war die Summe auf 4.500,- bis 5.000,- DM festgesetzt, wurde dann aber reduziert. Große Erleichterung über die gut gelaufenen Verhandlungen, wir sind dankbar. Ich habe das Gefühl, unsere Tour wird begleitet, wir sind nicht allein. Der Eindruck, den Ungarn bringt, ist Weite, viel Weite in der Landschaft. Viele Mohnfelder, blaue Felder, saftiges Grün, wunderschön. Wir fahren und fahren, immer wieder müssen wir Autobahnvignetten kaufen, ich habe das Gefühl, wir geben alles Geld für Straßengebühren aus.

Endlich machen wir Rast, wir brunchen. Unsere Lebensmittel sind gut durchgewärmt, die Margarine schwimmt. Macht nichts! Wie hatten bei der Einreise keine Schwierigkeiten, das zählt. Ausruhen ist angesagt! Siegfried belegt eine Bank und ... schläft. Ich versuche auch zu schlafen - die Bank ist sehr schmal- und gleichzeitig den LKW im Blickfeld zu behalten. Klappt nicht! Also richte ich mein "Bett" auf dem Tisch ein. Welch ein Luxusgefühl. Ich ruhe und bewache Lkw und Fahrer. Super! Frohen Mutes fahren wir nach geraumer Zeit weiter. Ungarn ist ein so schönes Land. Wir haben beschlossen, uns heute Abend ein Essen im Restaurant zu spendieren. Darauf steuern wir jetzt zu. Immer wieder müssen wir Autobahnvignetten kaufen.

Am späten Nachmittag erreichen wir das von Siegfried angepeilte Lokal. Wir bestellten unser Essen, Siegfried regelt, dass wir für 5,- DM duschen können, eine gute Nachricht. Während des Essens ist plötzlich das Wort "Übernachten" da. Überlegungen für und wieder, unsere Kaution für den LKW, bis 0.00 Uhr abholen oder erst am Dienstag, Entschluss wir fahren doch noch bis zur Grenze, dann ganz plötzlich "wir schlafen hier". Es ist entschieden, um ca. 18.30 Uhr liege ich lang ausgestreckt in meinem ungarischen Bett. Wie schön, meine Beine stören nicht!

 

nach oben

Dienstag, 29.05.2001

 

Flagge Rumänien
Rumänien

Ich habe fast einmal um die Uhr geschlafen, der Himmel ist ganz farbig, die Sonne geht auf. Duschen, Frühstück, LKW-Wohnzimmer auf - und einräumen, weiter geht die Fahrt. Gegen 9.15 Uhr sind wir an der ungarisch-rumänischen Grenze. Wir sind nicht so nervös wie gestern, mal sehen, was passiert. Nach 1 ½ Stunden sind die ungarischen Zollformalitäten zur Ausreise abgeschlossen. Die Kaution abzüglich 10,- DM, ist wieder in unserem Portemonnaie. Rumänien-Zoll steht an. 11.00 Uhr - wir werden massiv von männlichen und weiblichen Rumänen angebettelt. Unsere Autofenster werden von den Bettlern gewaschen.

Die Zollabfertigung verläuft schleppend und schwierig. Der Bürgermeister von Avrig, das Krankenhaus, das Ministerium in Bukarest werden eingeschaltet. Hoffnung auf baldige Abfertigung. Gegen 15.30 Uhr aus ..., das Ministerium hat nicht geschafft unseren Fall zu bearbeiten, wir sollen warten, bis Mittwoch. Was wird jetzt passieren?

 

 

Spielpuppe
keine Spielsachen mehr?

 

Plötzlich fällt den Leuten ein, dass wir keine Kinderbekleidung bis 3 Jahre und kein Spielzeug einführen dürfen. Die Verhandlungen ergeben, dass Bekleidung und Spielsachen für Kinder ab 8 Jahren eingeführt werden darf. Unsere Stimmung ist erstaunlicherweise immer noch gut. Wir sind beide ruhig, ich habe zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt.

An diesem Nachmittag haben wir Leute aus Annaberg / Erzgebirge kennen gelernt. Das verkürzt die Wartezeit ungemein. Endlich gegen 16.30 Uhr können wir einreisen, auf nach Avrig.

Es ist gut, dass wir nicht wussten, welcher Höllentrip uns erwartet, in welchem schlechten Zustand die Straßen sind. Bisher sind wir auf Autobahnen oder Landstraßen gefahren. Nach einer Rast in einer knuffigen Gaststätte geht´s weiter. Bei Einbruch der Dunkelheit, wird eine Fahrerschlafpause eingelegt, das Abenteuer "Carparten" fängt an. Ein heftiges Gewitter zieht auf, es begleitet uns die ganze Nacht. Der Fahrer und das Auto machen ihre Sache gut - viele unausgeschilderte Baustellen, tiefe Schlaglöcher, hohe Kanten in der Straßenoberfläche, Steigungen, ganz viel Regen - irgendwann nach 11 Stunden sind die restlichen 250 km bis Avrig geschafft. Wir sind angespannt und schweigsam, aber guter Dinge. Endlich angekommen!

 
 

 

Nach oben

Wir über uns · Rumänien · Hilfstransporte · Reisetagebuch · Bildergalerie

Spenden · Sponsoren · Seitenübersicht · Kontakt


Impressum

© 2004 "Helfen um zu helfen" e.V. ·
Marienstraße 2 · 27432 Bremervörde